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U-Boot Type VII C

Zwischen 1939 und 1944 wurden 663 Boote des Typs VII C gebaut und in Dienst gestellt. Sie waren damit der häufigste deutsche U-Boot-Typ und der meist eingesetzte U-Boot-Typ des gesamten zweiten Weltkrieges. Was sich die Spielentwickler allerdings dabei gedacht haben, dass VII C U-Boot bei der kaiserlich japanischen Marine unterzubringen, ist völlig schleierhaft. Zwar basierten die frühen U-Boot-Typen des japanischen Flottenbauprogrammes in den 20er Jahren auf einem deutschen U-Boot Entwurf aus dem 1. Weltkrieg, aber die weitere japanische U-Bootentwicklung verlief völlig eigenständig und ging auch einen ganz anderen Weg als in Deutschland. In Deutschland maß man der U-Bootwaffe – auch angesichts der guten Erfahrungen im 1. Weltkrieg, eine große Bedeutung bei. Man hielt sie sogar für effektiver als große Überwasserschiffe. Auch zwischen den Kriegen wurde die U-Boot-Entwicklung intensiv vorangetrieben, so dass mit Kriegsausbruch 1939 eine Reihe moderner Typen zur Verfügung standen. Das VII C Boot basierte auf den früheren VII A- und B Typen und war wie seine Vorgänger ein sogenanntes Einhüllenboot mit aufgesetzten „Satteltanks“. Bewaffnet waren die Boote mit einem 8,8cm Deckgeschütz und fünf Torpedorohren – vier nach vorn und eins nach hinten gerichtet. Um Platz für ein aktives Schallortungsgerät zu schaffen, wurde bei diesen Typen die Zentrale vergrößert. Dies hatte auch den Vorteil, dass der Turm etwas mehr Platz für die Besatzung bot und die Treibölbunker sich ebenfalls vergrößerten. Weiter wurden noch Verbesserungen an der Maschinenanlage vorgenommen. Mit 860 Tonnen Tauch-Wasserverdrängung und einer Länge von 67 Metern waren die deutschen U-Boote gegenüber den Konstruktionen anderer Länder relativ klein. Dennoch erwiesen sie sich vor allem in den ersten Kriegsjahren als unglaublich effizient beim Versenken gegnerischer Schiffe, insbesondere bei der Jagd nach Handelsschiffen im Atlantik. Doch Briten und Amerikaner entwickelten sehr bald effiziente Methoden, U-Boote zur See und aus der Luft aufzuspüren und zu bekämpfen. Nun waren die U-Boote die Gejagten. Wie verbissen dieses Ringen um die kriegsentscheidende Vorherrschaft im Nordatlantik geführt wurde, zeigt die Statistik dieser am längsten andauernden Schlacht im 2.Weltkrieg. Sie forderte 30238 Tote unter der alliierten Handelsflotte und tausende Tote der an Bord der Begleitschiffe. Von 40600 deutschen U-Boot-Männern kehrten 30246 nicht zurück, 5338 gingen in Gefangenschaft. Von 1939 bis 1945 wurden 2882 Handelsschiffe mit über 14 Millionen Bruttoregistertonnen und 175 Kriegsschiffe von deutschen U-Booten versenkt. Von den 863 deutschen U-Booten, die zum aktiven Einsatz gelangten, gingen 784 durch Kampfeinwirkungen verloren, verunglückten oder wurden aufgegeben.

In BATTLEFIELD 1942 ist das U-Boot der VII C-Klasse eine ständige und tödliche Bedrohung für alle feindlichen Überwassereinheiten. Getaucht kann es nur von einem Zerstörer entdeckt und bekämpft werden. Seine Unsichtbarkeit ist zugleich aber auch seine Achillesferse: Denn unter Wasser ist das U-Boot nur noch halb so schnell, so dass es seinem Todfeind nur mit Mühe entkommen kann, wenn der einmal die Fühlung aufgenommen hat.

Quellen:

Hans Herlin – Verdammter Atlantik

U-Boot Archiv

Atlantikschlacht

U995

 

Besatzung: 44 Offiziere und Mannschaften, im Spiel ein Steuermann
Bewaffnung (frühe Ausstattung): 14 Torpedos vom Kaliber 53,3cm, ein 8,8cm Geschütz für den Überwassereinsatz, eine 20mm Kanone zur Flugabwehr, im Spiel: zwei Torpedorohre vorn, kontrolliert vom Steuermann
Klassifikation: Hochsee-Jagd-Uboot
Versionen:
Der in mehreren Varianten gebaute deutsche U-Boot Typ VII bildete mit insgesamt mehr als 700 Booten zwischen 1935 und 1945 das Rückgrat der deutschen Unterseebootsflotte und repräsentierte die zahlreichste und einheitlichste Gruppe von Unterseebooten, die je gebaut worden sind. Wenn sie auch von einem einzigen Grundtyp abstammen und eine Reihe gemeinsamer Konstruktionsmerkmale aufweisen, unterschieden sich die Varianten doch in Leistung und Funktion. Es wurden die Varianten VII A bis VII F gebaut, von denen die Version VII C mit 663 Einheiten die weitaus häufigste war. Es wurden noch zwei Untertypen mit der Bezeichnung VII C/41 und VII C/42 gebaut. Bei VII C/41 wurde im Gegensatz zum Typ VII C die Dicke der Druckkörperplatten von 18,5 mm auf 21 mm erhöht, was eine Vergrößerung der Einsatztauchtiefe von 100 auf 120 Meter zur Folge hatte. Die rechnerische Maximaltiefe, ab der mit einer Implosion des Druckkörpers gerechnet werden musste, stieg von 250 auf 300 m. Bei VII C/42 wurde die Dicke der Druckkörperplatten noch einmal auf 28 mm Panzerstahl erhöht, wodurch die Einsatztauchtiefe auf 200 m stieg und die Maximaltiefe 500 m. Der dadurch erhöhten Wasserverdrängung wurde durch Verlängerung des Bootes um 1,5 Meter entgegengewirkt. Die Typen VII C/41 und C/42 waren aber im Gegensatz zum VII C Typ nicht mehr in der Lage, Torpedorohrminen mitzuführen und zu legen. Wie bei allen deutschen Unterseeboote, so machte auch die konventionelle Artilleriebewaffnung der Boote des Typs VII während des Krieges beträchtliche Veränderungen durch. Besonders von 1942 an wurde die Flakbewaffnung erheblich verstärkt, das Deckgeschütz wurde vielfach weggelassen. Mit der zunehmenden Bedrohung durch feindliche Flugzeuge steigerte sich das Geschützkaliber von 20mm in Einzel- oder Zwillingsaufstellung auf 37mm in Einzelaufstellung. Daneben kam in einigen Fällen auch ein sehr wirksamer 20mm Vierling zum Einsatz.Von 1943 an begann man, die Boote des Typs VII mit einer klappbaren Schnorchelvorrichtung auszustatten, die im allgemeinen an der Vorderkante des Turms angebracht wurde. Bis zum Ende jenes Jahres waren alle Kampfboote damit ausgerüstet, und bei allen noch nicht in Dienst gestellten Booten war der Schnorchel in den Bau einbezogen worden. Der Schnorchel vergrößerte die Einsatzfähigkeit der Boote vom Typ VII beträchtlich. Die Batterien konnten während der Tauchfahrt aufgeladen werden, und er gestattete den Booten, unter Einsatz der Hauptmotoren bei einer Geschwindigkeit von 6 Knoten weite Entfernungen geschützt unter Wasser zurückzulegen. Dies vergrößerte die Überlebenschance vor allem in den Seegebieten, wo es in hohem Maße eine Bedrohung aus der Luft gab. Nichtsdestoweniger war der Typ VII 1943/1944 am Ende seiner Einsatzperiode angelangt. Wie andere konventionelle Boote hatten er keine Chance mehr gegen die U-Jagdwaffen und -taktiken seiner Gegner.
Versionen im Spiel:
Das Spielmodell in BATTLEFIELD 1942 soll ein deutsches U-Boot des Typs VII C darstellen. Eines der bekanntesten Boote dieses Typs ist U995, genaugenommen ein Typ VII C/41. Es überlebte den Krieg nach acht Feindfahrten, fuhr ab 1947 viele Jahre in unter norwegischer Flagge und steht in einem Marinemuseum bei Kiel. Man sieht ja im Spiel nicht viel von dem U-Boot, aber was aus dem Wasser herausguckt, sieht einem Typ VII C zumindest recht ähnlich. Schade, das bei dem Modell sowohl die Artillerie als auch die Flugabwehr fehlt. Es hat allerdings auf den Maps, auf denen es eingesetzt wird, eigentlich nichts zu suchen.
U 995, ein Boot der Baureihe VII C/41, kann heute im Marinemuseum Laboe bei Kiel besichtigt werden. Es wurde am 25.11.1942 in der Werft Blohm & Voss in Hamburg auf Kiel gelegt und lief am 22.08.1943 vom Stapel. Nach der Indienststellung am 16.09.1943 kam das Boot zur Einsatzausbildung und war Anfang 1944 frontklar. Es operierte von Trondheim und Narvik in Norwegen aus und unternahm acht Feindfahrten im Nordmeer.

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