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Flugzeugträger USS Enterprise

Der Flugzeugträger USS Enterprise – Navy Code CV-6 – gehörte mit der USS Yorktown (CV-5) und der USS Hornet (CV-8) zur Yorktown-Klasse. Sie wurde 1938 in Dienst gestellt, hatte eine Wasserverdrängung von 19800 Tonnen und erreichte mit ihren vier Turbinen mit zusammen 120 000 PS eine Geschwindigkeit von rund 33 Knoten. Die Enterprise erlangte im Pazifikkrieg gegen die Japaner eine Bedeutung wie kein anderes alliiertes Kriegsschiff. Im Verlaufe des Krieges wurde sie mehrfach umgebaut und vor allem ihre Flugabwehr-Bewaffnung verstärkt. Nachdem das Schiff der geplanten Versenkung beim Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941 entgangen war, nahm die USS Enterprise an fast jeder wichtigen Operation in den nächsten vier Jahren teil: Noch im Dezember 1941 versenkte eines ihrer Flugzeuge das japanische U-Boot I-70 und sie unterstütze die bedrängten US-Truppen auf Wake Island bei ihrem vergeblichen Versuch, die zahlen- und waffenmäßig stark überlegenen Japaner an einer Besetzung des Atolls zu hindern. Im April 1942 starteten von ihrem Flugdeck B-25 Mitchell Bomber zum ersten Bombenangriff auf japanisches Heimatland – dem nach dem Staffelkommandanten benannten „Doolittle-Raid“ auf Tokyo.

Den für den weiteren Kriegsverlauf sicher bedeutungsvollsten Einsatz hatte die Enterprise im Juni 1942 gemeinsam mit ihren Schwestern Yorktown und Hornet während der Schlacht um Midway. Ihre Flugzeuge versenkten allein drei der vier gegnerischen Flugzeugträger: Soryu (gemeinsam mit Flugzeugen der Yorktown), Akagi und Hiryu. Damit trug sie entscheidend zur Schwächung der japanischen Flotte und zur Wende des Kriegsglücks auf dem pazifischen Kriegsschauplatz bei. Die Enterprise nahm an den Kämpfen um Guadalcanal (August 1942) und viele weitere Pazifikinseln im Rahmen des sogenannten „Island-Hopping“ (November 1942 bis Ende 1944) teil, eine Reihe amphibischer Landungsoperationen, bei denen die Amerikaner nach und nach die Japaner von den von ihnen besetzten Inseln vertrieben. Sie hatte entscheidenden Anteil an den Schlachten in der Phillipinensee (Juni 1944), im Leyte-Golf (Oktober 1944), um Iwo Jima (Januar 1945) und Okinawa (März-Mai 1945).

Bei den Kämpfen um Okinawa schien die Enterprise ihr Glück zu verlassen: Zunächst wurde sie von einer Fliegerbombe beschädigt, konnte aber nach einer Reparatur wieder in die Schlacht ziehen. Sie überstand auch einen Kamikazeangriff im April 1945, ein weiterer Kamikaze riss jedoch ein so großes Loch in ihr Flugdeck, dass die Enterprise für den Rest des Krieges ins Reparaturdock musste und erst einen Monat nach der japanischen Kapitulation im August 1945 ihren aktiven Dienst wieder aufnehmen konnte. Ihre Statistik liest sich überaus beeindruckend: Jagdflugzeuge und Flugabwehr der Enterprise schossen 911 feindliche Flugzeuge ab. Ihre Bomber versenkten 71 Schiffe und beschädigten oder zerstörten 192 weitere. Kein Schiff der US Flotte erhielt mehr Auszeichnungen wie die Enterprise.

Trotz allem war auch ihr Ende wie das der meisten Kriegsschiffe wenig rühmlich: Nachdem Versuche, die Enterprise in ein Denkmal umzuwandeln, gescheitert waren, wurde sie 1958 außer Dienst gestellt und verschrottet. Ihren Namen übernahm dann der neue atomgetriebene Flugzeugträger mit dem Navy-Code CVN 65, der bis heute eine der stärksten Kampfeinheiten der US Marine ist und eines der größten Kriegsschiffe überhaupt (Spitzname „Big E“).

In BATTLEFIELD 1942 spielt die Enterprise weniger als Kampfschiff, sondern mehr als Respawnpunkt und Flugzeug-Ressource eine sehr wichtige Rolle. Trotz ihrer Flak-Bewaffnung ist sie empfindlich gegen Fliegerangriffe. Auch gegen andere Überwasserschiffe und gegen U-Boote kann sie sich allein nicht wehren. Auf den wichtigen Träger sollte man daher acht geben. Er sollte möglichst nicht in Küstennähe stehen und aus Kampfhandlungen herausgehalten werden. Die Verfügbarkeit des Trägers ist in einigen Maps der Schlüssel zum Erfolg – ganz wie in der Realität.

Quellen:

Bernhard Ireland / Tony Gibbons - Jane´s Kriegsschiffe des 20. Jahrhunderts

George Bruce – Seeschlachten des 20. Jahrhunderts

cv6.org

Besatzung: 2919 Offiziere und Mannschaften, im Spiel 5 (Steuermann, Position 1, und vier Flakschützen, Positionen 2 bis 5), sowie eine unbegrenzte Zahl von Passagieren an Deck
Waffen: Bis zu 90 Jagdflugzeuge, Bomber und Torpedobomber, acht 12,7 cm Mehrzweck-Artilleriegeschütze (fehlen dem Spielmodell), Fünf 28mm Vierlings-Flugabwehrgeschütze, 40 einzelne 20mm Flugabwehrgeschütze und eine unbekannte Anzahl von 12,7mm Flugabwehr-MG, im Spiel vier Flakgeschütze (Positionen 2-5) und Flugzeuge auf Deck.
Klassifikation: Großkampfschiff, Flugzeugträger
Versionen:

Von Versionen kann man bei Schiffen ja nicht sprechen, höchstens von Schwesterschiffen einer Klasse. Innerhalb der Yorktown-Klasse, die als eines der besten Kriegschiffdesigns aller Zeiten gilt, sind dies drei Einheiten: Die Namensgeberin USS Yorktown (CV-5), die USS Enterprise (CV-6) und die USS Hornet (CV-8). Über das Schicksal der Enterprise haben wir schon ausführlich berichtet. Die Yorktown wurde bei der Schlacht um Midway am 3.6.1942 mehrmals von japanischen Torpedobombern getroffen und nach mehreren Versuchen, das Schiff zu retten, aufgegeben. Das brennende Wrack wurde zwei Tage später von einem japanischen U-Boot endgültig versenkt. Die Hornet wurde am 26. Oktober 1942 im Verlaufe der Schlacht um die Santa Cruz Inseln von zwei Kamikazefliegern, sieben Bomben und zwei Torpedos getroffen. Das von einem Ende zum anderen brennende Wrack wurde ebenfalls aufgegeben und sank einen Tag später.

Versionen im Spiel:

Um es gleich vorweg zu sagen – das in BATTLEFIELD 1942 verwendete Schiffsmodell entspricht nur in sehr groben Umrissen einem Flugzeugträger der Yorktown-Klasse. Es könnte jedes der drei Schiffe sein, was allerdings keinen Unterschied machen würde. Man hat den Namen Enterprise wohl nur gewählt, weil es das bekannteste Schiff der drei ist und fast während der gesamten Dauer des Krieges zwischen den USA und Japan im Einsatz war. Schade, dass dem Modell die Mehrzweck-Artillerie fehlt – sie würden dem Träger im Spiel etwas mehr „Biss“ verleihen.

Die USS Enterprise während der Operation auf den Gilbert Inseln am 22. November 1943. An Deck stehen zahlreiche Grumman Avenger Torpedobomber, eine Maschine ist gerade gelandet und eine weitere überfliegt den Träger gerade. Am Rande des Flugdecks befinden sich zahlreiche Plattformen, auf denen die Artillerie und Flugabwehrbewaffnung platziert sind.

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